Auf die Frage nach den Kosten einer Holding bekommst du im Netz Zahlen zwischen 800 € und 15.000 €. Beide stimmen, sie beschreiben nur unterschiedliche Fälle. Der Unterschied liegt darin, ob du neu gründen oder eine gewachsene Gesellschaft einbringst. Ich zerlege beide Wege in die einzelnen Posten, damit du Angebote vergleichen kannst.
Welche Kosten fallen bei der Gründung an?
Eine Holding ist rechtlich eine gewöhnliche GmbH, deshalb gelten dieselben Gebühren wie bei jeder anderen Gründung. Notar und Handelsregister rechnen nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz ab, der Betrag hängt am Geschäftswert.
Bei einer Standardgründung mit Musterprotokoll und 25.000 € Stammkapital liegst du für Notar und Registereintrag zusammen bei rund 500 bis 650 €. Mit eigenem Gesellschaftsvertrag verdoppelt sich die Beurkundungsgebühr, dann sind es eher 800 bis 1.500 €. Kommen mehrere Gesellschafter, ein individueller Vertrag oder Sonderregelungen zu Stimmrechten dazu, steigt der Betrag.
So verteilen sich die Posten bei einer neu gegründeten Holding:
| Posten | Betrag | Anmerkung |
|---|---|---|
| Notar, Beurkundung und Anmeldung | 350 bis 900 € | Musterprotokoll am unteren Rand, eigener Vertrag am oberen |
| Handelsregistereintrag | 225 € | seit dem 1. Juni 2025, davor 150 € |
| Steuerliche Strukturberatung | 500 bis 5.000 € | je nach Ausgangslage und Prüfungstiefe |
| Stammkapital | 25.000 € | kein Aufwand, das Geld bleibt deines |
Das Stammkapital gehört ausdrücklich nicht zu den Kosten. Es wandert von deinem privaten Konto auf das Konto der Gesellschaft und steht dort für Investitionen bereit. Die Hälfte genügt zur Anmeldung.
Welche Kosten wiederholen sich jedes Jahr?
Eine Holding ohne operatives Geschäft macht wenig Arbeit, ganz ohne kommt sie trotzdem nicht aus. Du braucht eine Buchführung, einen Jahresabschluss und ihre eigenen Steuererklärungen, selbst wenn im Jahr nur drei Buchungen anfallen.
Diese Posten stehen jährlich auf der Rechnung:
- Buchführung und Jahresabschluss beim Steuerberater: 400 bis 900 €
- Körperschaftsteuer- und Gewerbesteuererklärung der Holding
- IHK-Grundbeitrag: 150 € im Bezirk Düsseldorf bei einem Gewerbeertrag bis 59.310 €, darüber 300 € und ab 100.215 € dann 450 €
- Offenlegung im Unternehmensregister
Realistisch landest du bei 1.500 bis 3.500 € im Jahr. Kommen Wertpapiere, mehrere Beteiligungen oder Darlehen zwischen den Gesellschaften dazu, wandert der Betrag ans obere Ende, weil jede Bewegung dokumentiert und abgegrenzt werden muss.
Verrechnungen brauchen Verträge
Sobald die Holding Leistungen für die Tochter erbringt, etwa Geschäftsführung oder Vermietung, gehört ein Vertrag mit marktüblichem Preis dazu. Fehlt er, sieht das Finanzamt eine verdeckte Gewinnausschüttung und korrigiert den Gewinn beider Seiten. Der Aufwand dafür entsteht einmalig, die Ersparnis später ist erheblich.
Was kostet die Einbringung bestehender Anteile?
Hier trennt sich der günstige vom teuren Fall. Bringst du Anteile an einer bestehenden GmbH ein, bemisst sich die Notargebühr am Verkehrswert dieser Gesellschaft. Zusätzlich braucht das Finanzamt eine nachvollziehbare Bewertung und eine Einbringungsbilanz.
Bei einer Gesellschaft im Wert von 300.000 € bewegen sich Notar und Register zusammen im Bereich von 1.500 bis 2.500 €. Steigt der Wert auf 1,5 Mio. €, liegst du schnell im mittleren vierstelligen Bereich, dazu kommt die steuerliche Begleitung für Bewertung, Antrag auf Buchwertfortführung und die Abstimmung mit dem Finanzamt.
Beispiel: dieselbe Struktur, zwei Preise
Ein Mandant hat seine Holding im ersten Geschäftsjahr aufgesetzt, Gesamtkosten rund 2.400 € für beide Gesellschaften. Ein anderer kam nach sechs Jahren mit einer GmbH im Wert von 1,2 Mio. €. Für Bewertung, Notar, Register und steuerliche Begleitung standen am Ende rund 8.500 € auf der Rechnung. Beide haben dieselbe Struktur, der Unterschied liegt allein im Zeitpunkt.
Ab wann spielt die Holding ihre Kosten ein?
Rechnen wir mit 2.500 € laufenden Mehrkosten. Damit sich die Struktur lohnt, muss sie diesen Betrag jedes Jahr einsparen oder einmalig deutlich mehr.
Bei reiner Thesaurierung passiert das nicht, weil die Steuer bereits bei der Tochter anfällt. Der Effekt entsteht, sobald du Gewinne umschichten oder verkaufst. Schüttest du 200.000 € an die Holding aus und finanzierst damit eine zweite Gesellschaft, sparst du gegenüber dem Umweg über dein Privatvermögen rund 50.000 € Abgeltungsteuer. Die laufenden Kosten von zwanzig Jahren sind damit an einem Tag verdient.
Beim Verkauf wird der Abstand noch deutlicher, dort geht es um sechsstellige Beträge. Die vollständige Rechnung steht im Beitrag Holding-Struktur: Ab wann lohnt sich die zweite GmbH?
Unnötige Posten bei der Gründung
- Sacheinlagen statt Bargründung: Ein Sachgründungsbericht kostet Zeit und Gebühren, ohne dass er die Struktur verbessert.
- Individueller Gesellschaftsvertrag ohne Anlass: Bei einem Alleingesellschafter genügt meist das Musterprotokoll.
- Nachträgliche Korrekturen: Ein falscher Unternehmensgegenstand oder ein vergessener Beirat kostet erneut Notar und Register.
- Bewertung ohne Not: Wer früh umbaut, braucht kein Gutachten, weil kaum Wert vorhanden ist.
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Wie planen wir die Kosten mit dir?
Du bekommst den Gesamtrahmen vor dem ersten Notartermin, aufgeteilt in Gebühren, Bewertung und laufende Betreuung. Für die jährliche Betreuung beider Gesellschaften nennen wir einen Festpreis, damit die Struktur planbar bleibt.
Wenn die Rechnung nicht aufgeht, sagen wir das im Termin. Es ist kein guter Handel, eine Holding zu verkaufen, die dir jedes Jahr Geld kostet. Die Einordnung übernehmen wir zusammen mit dem Jahresabschluss und der laufenden Steueroptimierung.
Die Gebühren des Notars richten sich nach dem Geschäftswert, nicht nach dem Aufwand. Bei einer Bargründung mit 25.000 € Stammkapital bleibt dieser Wert klein. Bei der Einbringung einer Gesellschaft im Wert von 1,5 Mio. € steigt er entsprechend, und mit ihm die Gebühr. Das ist gesetzlich festgelegt und lässt sich nicht verhandeln.
Häufige Fragen
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Banu Bas prüfte nach dem Studium Konzernmandate in der Wirtschaftsprüfung einer Big-Four-Gesellschaft. Was dort selbstverständlich ist, bringt sie heute in den Mittelstand: Rechtsformwahl, Holdingstrukturen und laufende Steuergestaltung für Agenturen, Coaches und digitale Dienstleister. Wie die Kanzlei arbeitet, liest du auf der Seite zur Kanzlei.
Rechtsstand: Oktober 2026. Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Steuerrecht ändert sich laufend, für deine Situation sprichst du uns bitte an.






