Steuerbegriffe von A bis Z, verständlich erklärt
Kein Fachchinesisch: Wir erklären die Begriffe, die dir in Bescheiden, Auswertungen und Beratungsgesprächen begegnen, kurz, korrekt und mit dem Bezug zur Praxis.
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86 Begriffe1-%-Regelung
SteuergestaltungPauschale Bewertung der privaten Nutzung eines Firmenwagens mit monatlich 1 % des inländischen Bruttolistenpreises, abgerundet auf volle 100 €. Für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb kommen 0,03 % je Entfernungskilometer hinzu. Bei Elektrofahrzeugen bis 100.000 € Bruttolistenpreis sind es seit Juli 2025 nur 0,25 %.
Abgeltungsteuer
KapitalerträgePauschale Steuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer auf private Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Veräußerungsgewinne. Die Bank behält sie direkt ein, eine Angabe in der Steuererklärung ist dann meist nicht mehr nötig.
Abschreibung (AfA)
GewinnermittlungVerteilung der Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts über dessen betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Statt den Kaufpreis sofort abzuziehen, mindert er den Gewinn anteilig über mehrere Jahre.
Anlagevermögen
BilanzAlle Wirtschaftsgüter, die dauerhaft dem Betrieb dienen, etwa Maschinen, Fahrzeuge, Software oder Immobilien. Du wirst über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben statt sofort als Aufwand gebucht. Gegenstück ist das Umlaufvermögen, das für den Verbrauch oder den Verkauf bestimmt ist.
Anteilstausch
HoldingEinbringung von Anteilen an einer Kapitalgesellschaft in eine andere gegen Gewährung neuer Anteile, geregelt in § 21 UmwStG. Qualifiziert und damit zum Buchwert möglich ist der Vorgang, wenn die aufnehmende Holding danach die Mehrheit der Stimmrechte hält. So entsteht eine Holding über einer bestehenden GmbH ohne sofortige Steuer.
Aufbewahrungsfrist
VerfahrenZeitraum, in dem steuerlich und handelsrechtlich relevante Unterlagen verfügbar bleiben müssen. Für Buchungsbelege sind es seit dem 1. Januar 2025 acht statt zehn Jahre, für Handelsbücher und Abschlüsse weiterhin zehn Jahre und für Handels- und Geschäftsbriefe sechs Jahre. Gerechnet wird ab dem Ende des Kalenderjahres.
Beteiligungsertrag
HoldingErträge aus Anteilen an anderen Kapitalgesellschaften, also Dividenden und Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen. Bei einer Kapitalgesellschaft als Empfängerin bleiben sie nach § 8b KStG zu 95 % steuerfrei. Die übrigen 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgabe.
Beteiligungsquote
HoldingDer Anteil, den eine Gesellschaft an einer anderen hält. Für die Steuerfreiheit von Dividenden gelten zwei Schwellen: 10 % zu Beginn des Kalenderjahres bei der Körperschaftsteuer und 15 % zu Beginn des Erhebungszeitraums bei der Gewerbesteuer. Beim Verkauf von Anteilen gibt es keine Mindestquote.
Betriebsaufspaltung
SteuergestaltungVerflechtung zwischen einem Besitzunternehmen und einer Betriebsgesellschaft, die durch Überlassung einer wesentlichen Betriebsgrundlage und einheitlichen Beherrschungswillen entsteht. Du macht das Besitzunternehmen gewerbesteuerpflichtig. Endet sie, unterstellt das Finanzamt einen Verkauf der Anteile zum Marktwert.
Betriebsausgabe
GewinnermittlungAufwendungen, die betrieblich veranlasst sind und den steuerpflichtigen Gewinn mindern. Entscheidend ist der nachweisbare Zusammenhang mit dem Betrieb, nicht der Zahlungszeitpunkt allein.
Betriebsprüfung
VerfahrenPrüfung der steuerlichen Verhältnisse eines Unternehmens durch das Finanzamt. Geprüft werden unter anderem Buchführung, Kassenführung, Verfahrensdokumentation und die Abgrenzung privater von betrieblichen Vorgängen.
Bilanz
BilanzGegenüberstellung von Vermögen und Kapital zu einem Stichtag. Du ist Teil des Jahresabschlusses und Grundlage für Bonitätsbeurteilungen durch Banken und Kreditgeber.
Buchführungspflicht
JahresabschlussPflicht zur doppelten Buchführung mit Bilanz. Kapitalgesellschaften trifft sie kraft Rechtsform, Gewerbetreibende nach § 141 AO ab einem Umsatz von mehr als 800.000 € oder einem Gewinn von mehr als 80.000 € im Jahr. Diese Grenzen gelten für Wirtschaftsjahre ab 2024.
Buchwertfortführung
HoldingAnsatz der eingebrachten Anteile mit ihrem bisherigen Buchwert statt mit dem Verkehrswert. Du muss beim Finanzamt beantragt werden und verhindert, dass stille Reserven sofort aufgedeckt und versteuert wirst. Der Preis dafür ist die Sperrfrist von sieben Jahren.
Dauerfristverlängerung
UmsatzsteuerAntrag beim Finanzamt, der die Frist für Umsatzsteuer-Voranmeldungen um einen Monat verlängert. Bei monatlicher Abgabe ist dafür eine Sondervorauszahlung zu leisten.
Degressive Abschreibung
SteuergestaltungAbschreibung mit fallenden Beträgen statt in gleichen Jahresraten. Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 angeschafft werden, sind bis zu 30 % möglich, höchstens das Dreifache der linearen Abschreibung. Du zieht Aufwand in die ersten Jahre vor.
E-Rechnung
DigitalisierungRechnung in einem strukturierten elektronischen Format, das maschinell verarbeitet werden kann. Ein PDF allein genügt dafür nicht; im B2B-Bereich gelten gestufte Übergangsfristen.
Einbringungsgewinn
HoldingDie Differenz zwischen Verkehrswert und Buchwert der eingebrachten Anteile. Du bleibt zunächst unversteuert, wird aber nachträglich fällig, wenn innerhalb der Sperrfrist verkauft wird. Besteuert wird sie beim Einbringenden nach dem Teileinkünfteverfahren.
Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)
GewinnermittlungVereinfachte Gewinnermittlung durch Gegenüberstellung von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben nach dem Zuflussprinzip. Zulässig unterhalb bestimmter Umsatz- und Gewinngrenzen und für Freiberufler.
Eröffnungsbilanz
GmbH-GründungErste Bilanz einer Kapitalgesellschaft auf den Tag ihrer Gründung. Du weist das eingezahlte Stammkapital und die noch offene Einlageforderung aus. Der Aufwand liegt je Gesellschaft bei 150 bis 300 € und fällt einmalig im ersten Geschäftsjahr an.
Erweiterte Kürzung
HoldingBefreiung von der Gewerbesteuer für Gesellschaften, die ausschließlich eigenen Grundbesitz verwalten, geregelt in § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG. Schon eine geringe schädliche Nebentätigkeit lässt die Kürzung vollständig entfallen. Deshalb gehören Immobilien selten in dieselbe Gesellschaft wie Beteiligungen.
Fahrtenbuch
SteuergestaltungLückenlose Aufzeichnung aller Fahrten als Alternative zur 1-%-Regelung. Versteuert wird dann nur der tatsächliche private Anteil an den Gesamtkosten. Es lohnt sich bei geringer Privatnutzung und hohem Listenpreis, verlangt aber zeitnahe und geschlossene Aufzeichnungen.
Formwechsel
UmwandlungWechsel der Rechtsform unter Fortbestand desselben Rechtsträgers, etwa von der GmbH in die GmbH & Co. KG. Vermögen und Verträge gehen nicht über, sie bleiben bei derselben Gesellschaft. Steuerlich kann der Vorgang trotzdem zur Aufdeckung stiller Reserven führen.
Freibetrag
GrundlagenBetrag, der von der Bemessungsgrundlage abgezogen wird und dadurch steuerfrei bleibt. Anders als bei der Freigrenze bleibt der Vorteil bestehen, wenn die Grenze überschritten wird.
Fremdvergleichsgrundsatz
SteuergestaltungMaßstab für alle Verträge zwischen der Gesellschaft und ihren Gesellschaftern. Vereinbarung, Höhe und tatsächliche Durchführung müssen dem entsprechen, was unter fremden Dritten üblich wäre. Wer diesen Maßstab verfehlt, riskiert eine verdeckte Gewinnausschüttung.
Geringwertiges Wirtschaftsgut
SteuergestaltungSelbstständig nutzbares bewegliches Anlagegut, das im Jahr der Anschaffung sofort vollständig abgeschrieben werden darf. Die Grenze liegt bei 800 € netto je Gegenstand. Alternativ lässt sich ein Sammelposten für Güter bis 1.000 € bilden und über fünf Jahre auflösen.
Geschäftsführergehalt
SteuergestaltungVergütung des Gesellschafter-Geschäftsführers, die den Gewinn der GmbH mindert. Angemessen ist sie, wenn Aufgaben, Umsatz und Ertragslage sie tragen und ein Fremdgeschäftsführer sie ebenfalls bekäme. Der übersteigende Teil gilt als verdeckte Gewinnausschüttung.
Geschäftsführerhaftung
GmbH-GründungDie persönliche Einstandspflicht des Geschäftsführers neben der Gesellschaft. Du greift unter anderem bei verspätetem Insolvenzantrag, bei nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen und bei nicht abgeführter Lohnsteuer, außerdem bei Verletzung der Sorgfaltspflicht nach § 43 GmbHG.
Gesellschaftsvertrag
GmbH-GründungDie Satzung der GmbH, notariell zu beurkunden nach § 2 GmbHG. Pflichtangaben sind nach § 3 GmbHG Firma, Sitz, Unternehmensgegenstand, Höhe des Stammkapitals und die Verteilung der Geschäftsanteile. Sinnvoll sind darüber hinaus Mehrheitserfordernisse, Wettbewerbsverbot und eine Abfindungsklausel.
Gewerbeanmeldung
GmbH-GründungAnzeige der gewerblichen Tätigkeit beim Ordnungsamt, je nach Kommune für 15 bis 65 €. Eine GmbH gilt nach § 2 Abs. 2 GewStG kraft Rechtsform als Gewerbebetrieb und meldet deshalb auch dann an, wenn sie nur Beteiligungen hält. Mit der Anmeldung entsteht die Pflichtmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer.
Gewerbesteuer
UnternehmenssteuernSteuer auf den Gewerbeertrag, die von der Gemeinde erhoben wird. Die Höhe hängt vom örtlichen Hebesatz ab, ein Grund, warum der Unternehmensstandort steuerlich relevant ist.
GoBD
VerfahrenGrundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern und Aufzeichnungen in elektronischer Form. Du verlangen unter anderem Unveränderbarkeit, Nachvollziehbarkeit und eine Verfahrensdokumentation.
Größenklassen
JahresabschlussEinteilung von Kapitalgesellschaften nach § 267 HGB in Kleinst, klein, mittelgroß und groß. Maßstab sind Bilanzsumme, Umsatz und Zahl der Beschäftigten, wobei zwei der drei Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen überschritten sein müssen. Die Klasse bestimmt Umfang von Abschluss und Offenlegung.
Grunderwerbsteuer
SteuergestaltungSteuer auf den Erwerb von Grundstücken, je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % des Werts. In Nordrhein-Westfalen sind es 6,5 %. Du fällt auch an, wenn ein Grundstück von einer Gesellschaft auf eine andere übertragen wird, was Umstrukturierungen mit Immobilien verteuert.
Handelsregister
GmbH-GründungÖffentliches Verzeichnis beim Amtsgericht, in dem die GmbH mit ihrer Eintragung entsteht. Die Ersteintragung einer GmbH kostet seit dem 1. Juni 2025 bei einer Bargründung 225 € und bei einer Sachgründung 360 €, zuvor waren es 150 € und 240 €. Abrufe aus dem Register sind seit August 2022 kostenfrei.
Holding
StrukturGesellschaft, die Anteile an anderen Gesellschaften hält. Gewinnausschüttungen und Beteiligungsverkäufe sind auf Ebene der Holding weitgehend steuerbefreit, was Reinvestitionen erleichtert.
Insichgeschäft
GmbH-GründungEin Vertrag, bei dem dieselbe Person auf beiden Seiten steht, etwa der Alleingesellschafter mit seiner eigenen GmbH. § 181 BGB verbietet das, solange der Gesellschaftsvertrag keine Befreiung vorsieht. Bei der Einpersonen-GmbH gehört diese Befreiung deshalb in jede Satzung.
Investitionsabzugsbetrag (IAB)
SteuergestaltungVorweggenommene Abschreibung für geplante Investitionen kleiner und mittlerer Betriebe. Der Gewinn sinkt bereits vor der Anschaffung; wird nicht investiert, ist der Abzug rückwirkend aufzulösen.
Jahresabschluss
JahresabschlussAbschluss eines Geschäftsjahres, bei Kapitalgesellschaften bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang. Er bildet die Grundlage für Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung. Kleine Gesellschaften dürfen ihn verkürzt aufstellen und bekommen längere Fristen.
Kapitalertragsteuer
UnternehmenssteuernSteuer, die die GmbH bei einer Ausschüttung einbehält und an das Finanzamt abführt. Der Satz beträgt 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %, bei Kirchensteuerpflicht etwas mehr. Bei einer Ausschüttung an eine Holding wird sie angerechnet oder auf Antrag freigestellt.
Kleinunternehmerregelung
UmsatzsteuerVereinfachung nach § 19 UStG für Unternehmen mit geringen Umsätzen. Du weist keine Umsatzsteuer aus und führst keine ab, im Gegenzug entfällt der Vorsteuerabzug. Seit 2025 gelten 25.000 € Vorjahresumsatz und 100.000 € im laufenden Jahr. Wird die zweite Grenze unterjährig gerissen, gilt ab diesem Umsatz sofort die Regelbesteuerung.
Körperschaftsteuer
UnternehmenssteuernSteuer auf das Einkommen von Kapitalgesellschaften wie GmbH oder UG. Der Steuersatz beträgt 15 % zuzüglich Solidaritätszuschlag, unabhängig von der Gewinnhöhe.
Liquidation
UmwandlungGeordnete Abwicklung einer GmbH nach dem Auflösungsbeschluss. Nach § 73 GmbHG läuft ein Sperrjahr, in dem Gläubiger sich melden können und die Gesellschaft weiterläuft. Für Beschluss, Register, Schlussbilanz und Erklärungen fallen 2.000 bis 5.000 € an.
Liquiditätsplanung
ControllingVorausschauende Planung aller Ein- und Auszahlungen. Du stellt sicher, dass Steuervorauszahlungen, Nachzahlungen und Investitionen zahlungsseitig abgedeckt sind.
Musterprotokoll
GmbH-GründungVereinfachte Gründungsurkunde nach § 2 Abs. 1a GmbHG, zulässig bei höchstens drei Gesellschaftern, einem Geschäftsführer und einer Bargründung. Der Notar setzt dafür den einfachen statt des doppelten Gebührensatzes an, was rund 130 € spart. Eigene Regelungen zu Vinkulierung, Einziehung oder Abfindung sind damit ausgeschlossen.
Muttergesellschaft
HoldingDie obere Gesellschaft einer Holdingstruktur, die Anteile an einer oder mehreren Töchtern hält. Du erwirtschaftet meist keine eigenen Umsätze und lebt von Beteiligungserträgen. Dein Sitz entscheidet darüber, mit welchem Gewerbesteuerhebesatz spätere Verkaufsgewinne belastet werden.
Nettolohnoptimierung
LohnGestaltung der Vergütung mit steuer- und sozialversicherungsbegünstigten Bestandteilen wie Sachbezügen oder Fahrtkostenzuschüssen, damit beim Mitarbeitenden mehr ankommt.
Offenlegung
JahresabschlussEinreichung des Jahresabschlusses im Unternehmensregister, fällig innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag. Kleinstgesellschaften genügt die Hinterlegung einer verkürzten Bilanz ohne Anhang. Wer die Frist versäumt, bekommt Post vom Bundesamt für Justiz.
Ordnungsgeld
JahresabschlussSanktion des Bundesamts für Justiz bei verspäteter Offenlegung nach § 335 HGB. Liefern du nach Androhung nach, beträgt es bei Kleinstkapitalgesellschaften 500 € und bei kleinen Kapitalgesellschaften 1.000 €, sonst mindestens 2.500 €. Der Rahmen reicht bis 25.000 € und wird bei Wiederholung ausgeschöpft.
Organschaft
StrukturSteuerliche Verbindung zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft, bei der Gewinne und Verluste zusammengefasst werden. Voraussetzung sind unter anderem finanzielle Eingliederung und ein Gewinnabführungsvertrag.
Progressionsvorbehalt
EinkommensteuerSteuerfreie Leistungen wie Elterngeld oder Kurzarbeitergeld erhöhen den Steuersatz, der auf die übrigen Einkünfte angewendet wird, ohne selbst besteuert zu werden.
Rechtsformwahl
StrukturEntscheidung zwischen Einzelunternehmen, Personengesellschaft und Kapitalgesellschaft. Du bestimmt Steuerbelastung, Haftung, Sozialversicherung und Finanzierungsmöglichkeiten.
Reverse-Charge-Verfahren
UmsatzsteuerUmkehr der Steuerschuldnerschaft: Nicht der leistende Unternehmer, sondern der Leistungsempfänger schuldet die Umsatzsteuer. Typisch bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen.
Rückstellung
BilanzPassivposten für Verpflichtungen, die dem Grunde oder der Höhe nach noch ungewiss sind, etwa für Steuernachzahlungen, Gewährleistungen oder Archivierung.
Sachbezugsfreigrenze
SteuergestaltungMonatliche Grenze von 50 €, bis zu der Sachleistungen an Mitarbeitende steuer- und beitragsfrei bleiben, etwa Gutscheine oder ein Tankkarte. Du ist eine Freigrenze, bei 50,01 € wird der volle Betrag steuerpflichtig. Aufmerksamkeiten zu persönlichen Anlässen bis 60 € zählen gesondert.
Sachgründung
GmbH-GründungGründung, bei der die Einlage aus Gegenständen statt aus Geld besteht, etwa Maschinen, Fahrzeugen oder Anteilen. Du verlangt einen Sachgründungsbericht und eine Werthaltigkeitsprüfung durch das Registergericht, verlängert das Verfahren und erhöht die Eintragungsgebühr auf 360 €.
Schachtelprivileg
HoldingKürzung der Dividenden aus dem Gewerbeertrag nach § 9 Nr. 2a GewStG. Du setzt voraus, dass die Holding zu Beginn des Erhebungszeitraums mindestens 15 % an der Tochter gehalten hat. Wird diese Schwelle verfehlt, fällt trotz Befreiung bei der Körperschaftsteuer die volle Gewerbesteuer an.
Solidaritätszuschlag
UnternehmenssteuernZuschlag von 5,5 % auf die festgesetzte Körperschaft- oder Einkommensteuer. Bei Kapitalgesellschaften fällt er unverändert an und hebt die Körperschaftsteuer von 15 % auf 15,825 %. Bei der Einkommensteuer entfällt er für den weit überwiegenden Teil der Steuerpflichtigen.
Sonderabschreibung
SteuergestaltungZusätzliche Abschreibung neben der regulären AfA, die den Gewinn in den ersten Jahren nach der Anschaffung stärker mindert. Nach § 7g EStG stehen kleinen und mittleren Betrieben 40 % zu, verteilbar auf das Jahr der Anschaffung und die vier folgenden Jahre. Voraussetzung ist ein Gewinn von höchstens 200.000 € im Vorjahr.
Sperrfrist
HoldingZeitraum von sieben Jahren nach einer Einbringung zum Buchwert, geregelt in § 22 UmwStG. Wird die eingebrachte Beteiligung in dieser Zeit verkauft, versteuert das Finanzamt rückwirkend den Einbringungsgewinn. Die Belastung schmilzt für jedes abgelaufene Jahr um ein Siebtel.
Stammeinlage
GmbH-GründungDer Betrag, den eine einzelne Gesellschafterin oder ein einzelner Gesellschafter auf das Stammkapital schuldet. Wird nur die Hälfte eingezahlt, bleibt der Rest als Verpflichtung in der Bilanz stehen und kann später eingefordert werden, im Insolvenzfall auch vom Insolvenzverwalter.
Stammkapital
GmbH-GründungDas Kapital, das die Gesellschafter einer GmbH zusagen. Es beträgt mindestens 25.000 €, von denen vor der Eintragung nach § 7 Abs. 2 GmbHG mindestens 12.500 € eingezahlt sein müssen. Das Geld gehört danach der Gesellschaft und steht ihr für Investitionen zur Verfügung, es ist also kein Kostenblock.
Steuerbescheid
VerfahrenVerwaltungsakt, mit dem das Finanzamt die Steuer festsetzt. Innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe kannst du Einspruch einlegen, danach wird der Bescheid bestandskräftig. Steht er unter dem Vorbehalt der Nachprüfung, bleibt er offen und kann jederzeit geändert werden.
Steuerliches Einlagekonto
SteuergestaltungNebenrechnung nach § 27 KStG, in der Einlagen der Gesellschafter außerhalb des Stammkapitals festgehalten werden. Ausschüttungen daraus bleiben beim Empfänger steuerfrei, weil eigenes Kapital zurückfließt. Der Bestand wird jährlich gesondert festgestellt und braucht einen fristgerechten Antrag.
Steuervorauszahlung
VerfahrenVierteljährliche Abschlagszahlung auf die voraussichtliche Jahressteuer. Du kann bei sinkenden Gewinnen auf Antrag angepasst wirst, ein wirksames Liquiditätsinstrument.
Streubesitzdividende
HoldingDividende aus einer Beteiligung von weniger als 10 % zu Beginn des Kalenderjahres. Nach § 8b Abs. 4 KStG ist sie voll körperschaftsteuerpflichtig, die 95-prozentige Befreiung greift nicht. Wer sich mit 9 % an einem befreundeten Unternehmen beteiligt, verschenkt den Vorteil.
Stundung
VerfahrenAufschub der Zahlung einer festgesetzten Steuer auf Antrag, wenn die sofortige Zahlung eine erhebliche Härte bedeutet. Üblich sind Ratenpläne über einige Monate. Verzinst wird mit 0,5 % pro Monat, also 6 % im Jahr.
Teileinkünfteverfahren
HoldingBesteuerung von Anteilsverkäufen und bestimmten Ausschüttungen im Betriebsvermögen oder nach § 17 EStG. Steuerpflichtig sind 60 % des Gewinns zum persönlichen Steuersatz, bei Spitzensteuersatz ergibt das rund 28,5 % Belastung. Über eine Holding bleiben stattdessen 95 % steuerfrei.
Thesaurierung
SteuergestaltungEinbehaltung von Gewinnen in der Gesellschaft, statt sie auszuschütten. Dadurch bleibt die Besteuerung zunächst auf Gesellschaftsebene und Kapital steht für Investitionen bereit.
Tochtergesellschaft
HoldingDie operative Gesellschaft unterhalb der Holding, an der die Mutter beteiligt ist. Dein Gewinn wird zuerst auf ihrer eigenen Ebene mit Körperschaft- und Gewerbesteuer belastet. Erst danach fließt er als Ausschüttung nach oben, wo § 8b KStG greift.
Transparenzregister
GmbH-GründungVerzeichnis der wirtschaftlich Berechtigten nach dem Geldwäschegesetz. Jede GmbH meldet dorthin, wer mehr als 25 % der Anteile oder Stimmrechte hält. Die Eintragung selbst kostet nichts, die Jahresgebühr beträgt seit dem Gebührenjahr 2024 19,80 €.
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
UmsatzsteuerKennnummer für den innergemeinschaftlichen Waren- und Dienstleistungsverkehr in der EU. Du ist Voraussetzung für steuerfreie EU-Lieferungen und das Reverse-Charge-Verfährst.
Umsatzsteuer-Voranmeldung
UmsatzsteuerRegelmäßige Meldung der Umsatzsteuer an das Finanzamt, fällig am 10. Tag nach Ablauf des Zeitraums. Über 9.000 € Vorjahreszahllast meldest du monatlich, darunter vierteljährlich, unter 2.000 € kann das Finanzamt befreien. Die Dauerfristverlängerung schiebt Abgabe und Zahlung um einen Monat nach hinten.
Unternehmergesellschaft
GmbH-GründungDie UG haftungsbeschränkt ist eine GmbH mit niedrigerem Startkapital, möglich ab einem Euro. Du muss jedes Jahr ein Viertel ihres Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einstellen, bis 25.000 € erreicht sind. Steuerlich wird sie wie jede GmbH behandelt, bei Banken und Käufern wirkt sie schwächer.
Verdeckte Gewinnausschüttung
SteuergestaltungJede Zuwendung der GmbH an ihre Gesellschafter, die ein fremder Dritter so nicht bekommen hätte, abgekürzt vGA. Typische Fälle sind ein überhöhtes Geschäftsführergehalt, private Ausgaben über das Firmenkonto oder ein zinsloses Darlehen. Das Finanzamt erhöht den Gewinn der GmbH und besteuert die Zuwendung zusätzlich privat.
Verdeckte Sacheinlage
GmbH-GründungEine als Bareinlage bezeichnete Einzahlung, die wirtschaftlich einen Sachwert abgilt, etwa wenn die GmbH kurz nach der Einzahlung einen Gegenstand der Gesellschafterin abkauft. Nach § 19 Abs. 4 GmbHG gilt die Einlage dann als nicht erbracht und ist erneut zu leisten.
Verfahrensdokumentation
DigitalisierungSchriftliche Beschreibung aller Prozesse rund um Belegerfassung, Verarbeitung und Archivierung. In der Betriebsprüfung ist sie der Nachweis für eine ordnungsgemäße digitale Buchführung.
Verlustvortrag
GewinnermittlungÜbertrag nicht genutzter Verluste in künftige Jahre, wo sie den steuerpflichtigen Gewinn mindern. Bis 1 Mio. € läuft die Verrechnung unbegrenzt, darüber greift die Mindestbesteuerung: Für die Jahre 2024 bis 2027 sind 70 % des übersteigenden Gewinns verrechenbar, ab 2028 wieder 60 %. Bei der Gewerbesteuer bleibt es durchgehend bei 60 %.
Vermögensverwaltende GmbH
HoldingKapitalgesellschaft, die eigenes Vermögen verwaltet statt operativ zu wirtschaften, etwa Wertpapiere oder Immobilien. Du zahlt Körperschaftsteuer und ist kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtig. Für Dividenden ab 10 % Beteiligung greift dieselbe Befreiung wie bei jeder Holding.
Verschmelzung
UmwandlungÜbertragung des gesamten Vermögens einer Gesellschaft auf eine andere gegen Anteile, geregelt im Umwandlungsgesetz. Du eignet sich, um gewachsene Strukturen zusammenzuführen. Verlustvorträge der übertragenden Gesellschaft gehen dabei regelmäßig unter.
Verspätungszuschlag
VerfahrenZuschlag für die verspätete Abgabe einer Steuererklärung nach § 152 AO. Bei Jahreserklärungen beträgt er mindestens 25 € je angefangenem Monat. Bei Voranmeldungen entscheidet das Finanzamt nach Ermessen und richtet sich nach Dauer, Häufigkeit und Höhe der Steuer.
Vorgesellschaft
GmbH-GründungDie GmbH in Gründung, abgekürzt GmbH i. G., besteht zwischen der Beurkundung und der Eintragung im Handelsregister. Handeln darfst du in dieser Phase bereits, allerdings haften die Handelnden dafür persönlich. Mit der Eintragung geht diese Haftung auf die Gesellschaft über.
Vorsteuerabzug
UmsatzsteuerAbzug der in Eingangsrechnungen enthaltenen Umsatzsteuer von der eigenen Umsatzsteuerschuld. Voraussetzung ist eine Rechnung mit allen Pflichtangaben und eine Leistung für das Unternehmen. Fehlt die Steuernummer oder die genaue Leistungsbeschreibung, streicht der Prüfer den Abzug.
Wirtschaftsjahr
GrundlagenZeitraum, für den der Gewinn ermittelt wird. In der Regel entspricht es dem Kalenderjahr, in bestimmten Fällen ist ein abweichendes Wirtschaftsjahr möglich.
Zufluss-Abfluss-Prinzip
GewinnermittlungBei der EÜR maßgeblicher Grundsatz: Einnahmen und Ausgaben werden dem Jahr zugeordnet, in dem sie tatsächlich zu- oder abgeflossen sind, mit Sonderregeln für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen.
Zusammenfassende Meldung
UmsatzsteuerMeldung innergemeinschaftlicher Lieferungen und sonstiger Leistungen an das Bundeszentralamt für Steuern, zusätzlich zur Umsatzsteuer-Voranmeldung. Du ist bis zum 25. Tag nach Ablauf des Meldezeitraums abzugeben. Ohne gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Empfängers fällt die Steuerbefreiung weg.