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60 Fragen zur GmbH-Gründung

Von Stammkapital über Notar bis Geschäftsführerhaftung: Was vor und während der Gründung zu klären ist.

Zur Beratung bei der GmbH Gründung

Zusammenarbeit mit uns

Wie wir Sie bei diesem Thema begleiten, was wir übernehmen und was Sie dafür brauchen.

Wie viel Stammkapital brauche ich für eine GmbH?

Das Stammkapital beträgt 25.000 €, davon müssen bei der Anmeldung mindestens 12.500 € eingezahlt sein. Der Rest bleibt als Einlageverpflichtung bestehen und wird bei einer Insolvenz fällig. Sacheinlagen sind möglich, verlangen aber einen Sachgründungsbericht und verlängern das Verfahren.

Wie lange dauert eine GmbH-Gründung?

Zwischen Notartermin und Handelsregistereintrag vergehen meist zwei bis sechs Wochen, abhängig vom Registergericht. Handeln darfst du schon vorher, dann allerdings als Vorgesellschaft mit persönlicher Haftung. Die steuerliche Erfassung beim Finanzamt läuft parallel.

Was kostet die Gründung insgesamt?

Für Notar und Handelsregister rechnest du bei einer Standardgründung mit Musterprotokoll mit rund 500 bis 650 €. Kommen individuelle Regelungen im Gesellschaftsvertrag, mehrere Gesellschafter oder eine Sacheinlage dazu, steigt der Betrag. Die steuerliche Beratung vorab bewegt sich je nach Aufwand zwischen 500 und 5.000 €.

GmbH oder UG, was passt besser?

Die UG startet mit einem Euro Stammkapital, muss aber jährlich ein Viertel ihres Gewinns zurücklegen, bis 25.000 € erreicht sind. Bei Banken, Vermietern und größeren Kunden wirkt sie schwächer. Wenn du das Kapital aufbringen kannst, ist die GmbH die ruhigere Wahl.

Darf ich die GmbH in meiner Privatwohnung anmelden?

Erlaubt ist es, günstig selten. Überlässt du der eigenen GmbH ein Arbeitszimmer, kann eine Betriebsaufspaltung entstehen. Gibst du den Raum später auf oder ziehst um, unterstellt das Finanzamt einen Verkauf deiner GmbH-Anteile zum Marktwert und besteuert einen Gewinn, den du nie erhalten hast. Wir klären das vor der Anmeldung.

Was ist eine Vorgesellschaft?

Zwischen Notartermin und Eintragung im Handelsregister existiert deine GmbH als Vorgesellschaft. Du kann bereits Verträge schließen und Rechnungen stellst, allerdings haften die Gesellschafter in dieser Phase persönlich. Mit der Eintragung geht alles auf die GmbH über.

Brauche ich einen Notar für den Gesellschaftsvertrag?

Ja, der Gesellschaftsvertrag muss notariell beurkundet werden. Für Standardfälle gibt es ein Musterprotokoll, das Kosten spart, aber wenig Spielraum lässt. Sobald mehrere Gesellschafter beteiligt sind, lohnt ein individueller Vertrag mit Regelungen zu Nachfolge, Ausscheiden und Stimmrechten.

Welche Anmeldungen fallen nach der Gründung an?

Gewerbeanmeldung bei der Stadt, steuerliche Erfassung beim Finanzamt, Mitgliedschaft bei der Industrie- und Handelskammer und bei Mitarbeitern die Betriebsnummer der Bundesagentur für Arbeit. Je nach Branche kommen Berufsgenossenschaft oder besondere Erlaubnisse dazu. Wir übernehmen die steuerlichen Schritte für dich.

Was steht im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung?

Das Finanzamt fragt nach erwarteten Umsätzen und Gewinnen, gewünschter Besteuerungsart, Bankverbindung und Beteiligungsverhältnissen. Aus deinen Angaben leitet es die Vorauszahlungen und den Rhythmus der Umsatzsteuer-Voranmeldung ab. Zu hohe Schätzungen kosten sofort Liquidität, zu niedrige führen später zu Nachzahlungen.

Brauche ich ein eigenes Geschäftskonto?

Für die GmbH ja, das Stammkapital muss auf ein Konto der Gesellschaft eingezahlt werden. Auch danach gehört das Firmengeld strikt getrennt vom privaten. Vermischungen führen zu verdeckten Gewinnausschüttungen und machen die Buchhaltung teuer.

Bin ich als Geschäftsführer sozialversicherungspflichtig?

Hältst du mehr als 50 % der Anteile, giltst du in der Regel als selbstständig und sind sozialversicherungsfrei. Bei geringerer Beteiligung ohne Sperrminorität wird es schnell zur Pflichtversicherung. Klärung schafft ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung, das wir mit dir vorbereiten.

Ab wann lohnt der Wechsel vom Einzelunternehmen zur GmbH?

Ein Kipppunkt liegt häufig zwischen 80.000 € und 100.000 € Gewinn, wenn du einen erheblichen Teil davon im Unternehmen lassen willst. Wer alles für den Lebensunterhalt entnimmt, fährt mit dem Einzelunternehmen oft weiterhin günstiger. Haftung und Außenwirkung sprechen unabhängig davon für die GmbH.

Kann ich mein Einzelunternehmen in die GmbH einbringen?

Ja, nach § 20 Umwandlungssteuergesetz zum Buchwert und damit ohne sofortige Steuer. Danach läuft eine Sperrfrist von sieben Jahren, in der ein Verkauf der Anteile rückwirkend Steuer auslöst. Alternativ gründest du neu und übertragen einzelne Wirtschaftsgüter, was steuerlich anders zu behandeln ist.

Was ist beim Firmennamen zu beachten?

Der Name muss unterscheidungskräftig sein, darf nicht irreführen und muss den Zusatz GmbH tragen. Vor dem Notartermin prüft die Industrie- und Handelskammer die Zulässigkeit, zusätzlich solltest du Markenrechte recherchieren. Eine spätere Änderung kostet erneut Notar und Registergebühren.

Grundlagen

Was eine GmbH ausmacht, wer sie gründen darf und was sie von anderen Formen unterscheidet.

Was sind die drei wichtigsten Merkmale einer GmbH?

Erstens ist sie eine eigene juristische Person, sie schließt Verträge im eigenen Namen. Zweitens haftet grundsätzlich nur ihr Vermögen, nicht das der Gesellschafter. Drittens braucht sie ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro und entsteht erst mit der Eintragung im Handelsregister. Dazu kommt die Pflicht zur doppelten Buchführung und zum Jahresabschluss.

Kann jeder eine GmbH gründen?

Fast. Gründen kann jede geschäftsfähige natürliche oder juristische Person, auch aus dem Ausland und auch allein. Geschäftsführer darf allerdings nicht werden, wer wegen bestimmter Insolvenz- oder Wirtschaftsstraftaten verurteilt wurde oder für den ein Berufs- oder Gewerbeverbot besteht, geregelt in § 6 GmbHG. Für einzelne Branchen kommen eigene Zulassungen hinzu.

Kann ich als Einzelperson eine GmbH gründen?

Ja, die Ein-Personen-GmbH ist ausdrücklich zulässig. Du bist dann alleiniger Gesellschafter und meist zugleich Geschäftsführer. Für diesen Fall gilt eine Besonderheit: Verträge zwischen dir und deiner Gesellschaft müssen schriftlich festgehalten werden, und du brauchst im Gesellschaftsvertrag die Befreiung vom Verbot des Insichgeschäfts nach § 181 BGB.

Was benötige ich alles, um eine GmbH zu gründen?

Du brauchst einen Firmennamen, einen Unternehmensgegenstand, mindestens einen Gesellschafter und einen Geschäftsführer, das Stammkapital sowie einen Gesellschaftsvertrag. Dazu kommen der Notartermin, ein Geschäftskonto für die Einzahlung, die Anmeldung zum Handelsregister und danach die Gewerbeanmeldung sowie der steuerliche Erfassungsbogen beim Finanzamt.

Welche Unterlagen benötige ich für die Gründung einer GmbH?

Zum Notartermin bringst du Ausweise aller Beteiligten mit, den abgestimmten Namen samt Unternehmensgegenstand und die Angaben zur Verteilung der Geschäftsanteile. Der Notar erstellt daraus Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterliste und Handelsregisteranmeldung. Nach der Einzahlung reichst du den Kontoauszug nach. Lässt du den Namen vorab von der Industrie- und Handelskammer prüfst, das ist kostenfrei.

Ist es möglich, eine GmbH online zu gründen?

Ja, seit August 2022 ist die Online-Beurkundung per Video möglich, seit 2023 auch für Sachgründungen. Der Notartermin läuft dann über das Videokommunikationssystem der Bundesnotarkammer, du weist sich mit dem elektronischen Personalausweis aus. Die Kosten entsprechen denen des Präsenztermins. Ein persönlicher Termin bleibt möglich und ist bei komplexeren Verträgen oft der ruhigere Weg.

Stammkapital

Wie viel Geld nötig ist, wann es eingezahlt wird und was danach damit passiert.

Was passiert mit den 25.000 Euro bei einer GmbH?

Das Geld gehört nach der Einzahlung der GmbH und steht ihr für das Geschäft zur Verfügung. Es liegt nicht gesperrt auf einem Konto und wird nicht an eine Behörde gezahlt. Du kannst damit Waren einkaufen, Löhne zahlen oder Geräte anschaffen. Es ist also kein Kostenposten, sondern Vermögen, das lediglich von deinem Privatvermögen getrennt ist.

Kann man mit 12.500 Euro eine GmbH gründen?

Du kannst mit 12.500 Euro starten, festgesetzt werden müssen aber 25.000 Euro. Nach § 7 Abs. 2 GmbHG genügt es, vor der Anmeldung zum Handelsregister die Hälfte einzuzahlen. Die restlichen 12.500 Euro bleiben als Verpflichtung bestehen und können später eingefordert werden, im Insolvenzfall auch vom Insolvenzverwalter. Bei mehreren Gesellschaftern muss jeder mindestens ein Viertel seiner Einlage leisten.

Kann man eine GmbH ohne Geld gründen?

Eine GmbH nicht, wohl aber eine Unternehmergesellschaft. Die UG lässt sich mit einem Euro Stammkapital gründen, trägt dann aber den Zusatz haftungsbeschränkt im Namen und muss jährlich ein Viertel des Gewinns zurücklegen, bis 25.000 Euro erreicht sind. Danach kann sie in eine GmbH umfirmieren. Alternativ ist eine Sachgründung möglich, bei der du Gegenstände statt Geld einbringst.

Darf man mit dem Stammkapital arbeiten?

Ja, genau dafür ist es da. Sobald das Geld auf dem Geschäftskonto eingegangen und die Gesellschaft eingetragen ist, darf sie es für ihren Geschäftsbetrieb verwenden. Verboten ist nur die Rückzahlung an die Gesellschafter, solange das Kapital dadurch angegriffen würde, geregelt in § 30 GmbHG. Ein Darlehen an sich selbst ist deshalb heikel und muss fremdüblich gestaltet sein.

Was passiert, wenn das Stammkapital aufgebraucht ist?

Solange die Gesellschaft ihre Rechnungen zahlen kann, passiert zunächst nichts. Sind aber mehr als die Hälfte des Stammkapitals verbraucht, muss der Geschäftsführer nach § 49 Abs. 3 GmbHG unverzüglich eine Gesellschafterversammlung einberufen. Wird die Gesellschaft zahlungsunfähig oder überschuldet, besteht Insolvenzantragspflicht, und zwar ohne schuldhaftes Zögern, spätestens nach drei Wochen.

Kosten

Was Notar, Register und laufender Betrieb kosten.

Wie viel kostet eine GmbH-Gründung?

Mit Musterprotokoll und einem Gesellschafter liegen Notar und Handelsregister zusammen bei etwa 500 bis 650 Euro. Mit eigenem Gesellschaftsvertrag und mehreren Gesellschaftern steigen die Kosten auf 800 bis 1.500 Euro, bei anspruchsvollen Regelungen auch darüber. Dazu kommt die Gewerbeanmeldung mit 20 bis 60 Euro. Das Stammkapital zählt nicht zu den Kosten.

Wie hoch sind die Notarkosten für die Gründung einer GmbH?

Die Gebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und bemessen sich am Stammkapital. Bei 25.000 Euro und Musterprotokoll fallen für Beurkundung und Anmeldung rund 300 bis 400 Euro netto an, mit eigenem Vertrag etwa das Doppelte, weil der Notar dann den 2,0-Satz statt des 1,0-Satzes ansetzt. Umsatzsteuer und Auslagen kommen hinzu.

Was kostet die Handelsregistereintragung?

Für die Ersteintragung einer GmbH fallen beim Registergericht rund 150 Euro an, bei mehreren Gesellschaftern etwas mehr. Dazu kommt die Bekanntmachung. In der Praxis rechnen viele mit etwa 300 Euro für Eintragung und Veröffentlichung zusammen. Der Notar reicht die Anmeldung elektronisch ein und rechnet die Auslagen mit ab.

Wie hoch sind die jährlichen Kosten für eine GmbH?

Rechnest du mit 2.000 bis 5.000 Euro im Jahr, je nach Umfang. Darin stecken Buchhaltung, Jahresabschluss, Steuererklärungen und die Offenlegung. Dazu kommen Beiträge zur Industrie- und Handelskammer sowie zur Berufsgenossenschaft. Bei vielen Belegen, Personal oder mehreren Gesellschaften liegt der Betrag höher. Ein Einzelunternehmen kommt deutlich günstiger davon.

Was kostet ein Steuerberater für eine GmbH im Jahr?

Die Vergütung folgt der Steuerberatervergütungsverordnung und richtet sich nach Umsatz und Bilanzsumme. Für eine kleine GmbH liegen Buchhaltung, Abschluss und Erklärungen häufig zwischen 2.000 und 4.000 Euro im Jahr. Viele Kanzleien vereinbaren stattdessen eine monatliche Pauschale. Lässt du dich den Betrag vor Beginn der Zusammenarbeit nennen, das ist üblich und sinnvoll.

Ablauf und Notar

Wie die Gründung Schritt für Schritt läuft und wie lange sie dauert.

Wie läuft die Gründung einer GmbH ab?

In sechs Schritten. Zuerst klärst du Name, Gegenstand und Anteile. Dann beurkundet der Notar den Gesellschaftsvertrag und die Bestellung des Geschäftsführers. Anschließend eröffnest du das Geschäftskonto und zahlst das Stammkapital ein. Der Notar meldet die Gesellschaft zum Handelsregister an. Nach der Eintragung folgen Gewerbeanmeldung und der steuerliche Erfassungsbogen beim Finanzamt.

Wie lange dauert es, eine GmbH zu gründen?

Der Notartermin dauert etwa eine Stunde. Bis zur Eintragung im Handelsregister vergehen danach je nach Gericht ein bis vier Wochen. Rechnest du insgesamt mit zwei bis sechs Wochen. Handeln darfst du bereits vorher als GmbH in Gründung, allerdings haften die Handelnden in dieser Zeit persönlich. Die Steuernummer folgt oft erst zwei bis vier Wochen nach der Eintragung.

Warum ist eine notarielle Beurkundung bei der GmbH nötig?

Das Gesetz schreibt sie in § 2 GmbHG vor. Die Beurkundung schützt vor Übereilung, sichert Beweise und stellt sicher, dass der Vertrag rechtlich wirksam ist. Der Notar prüft dabei auch, ob Firma und Unternehmensgegenstand zulässig sind, und übernimmt die Anmeldung beim Register. Ohne Beurkundung entsteht keine GmbH.

Wie läuft der Notartermin bei der GmbH-Gründung ab?

Der Notar verliest den Gesellschaftsvertrag und erläutert die Regelungen. Danach unterschreiben alle Gesellschafter, der Geschäftsführer wird bestellt und die Gesellschafterliste erstellt. Im Anschluss unterzeichnet der Geschäftsführer die Anmeldung zum Handelsregister. Bringst du gültige Ausweise mit. Wenn du vorab Fragen zum Vertrag hast, klärst du diese besser vor dem Termin.

Gesellschaftsvertrag

Was hineingehört, wann das Musterprotokoll reicht und wo der Vertrag einsehbar ist.

Was ist ein Gesellschaftsvertrag bei einer GmbH?

Er ist die Satzung der Gesellschaft und regelt ihr Innenleben. Pflichtangaben sind nach § 3 GmbHG Firma, Sitz, Unternehmensgegenstand, Höhe des Stammkapitals und die Verteilung der Geschäftsanteile. Darüber hinaus lassen sich Regelungen zu Beschlüssen, zur Vertretung, zum Ausscheiden von Gesellschaftern und zur Abfindung treffen. Er muss notariell beurkundet werden.

Was muss alles in einen Gesellschaftsvertrag?

Zwingend sind Firma, Sitz, Gegenstand, Stammkapital und die Geschäftsanteile je Gesellschafter. Sinnvoll sind darüber hinaus Regelungen zur Mehrheit bei Beschlüssen, zur Vertretungsbefugnis, zur Befreiung von § 181 BGB, zum Wettbewerbsverbot, zur Einziehung von Anteilen und zur Abfindung. Gerade die Abfindungsklausel entscheidet später über viel Geld und sollte nicht aus einer Vorlage stammen.

Wann reicht ein Musterprotokoll?

Das Musterprotokoll ist zulässig bei höchstens drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer, geregelt in § 2 Abs. 1a GmbHG. Es senkt die Notarkosten spürbar, weil der Notar nur den halben Gebührensatz ansetzt. Es enthält allerdings keine Regelungen zu Nachfolge, Wettbewerbsverbot oder Abfindung. Für eine Ein-Personen-GmbH ohne besondere Wünsche passt es, bei mehreren Gesellschaftern rät sich ein eigener Vertrag.

Wo finde ich den Gesellschaftsvertrag einer GmbH?

Er liegt beim Registergericht in der elektronischen Registerakte und ist öffentlich einsehbar. Über das Unternehmensregister lässt sich der Vertrag jeder GmbH abrufen, seit August 2022 kostenfrei. Deine eigene Fassung erhältst du zusätzlich als beglaubigte Abschrift vom Notar. Bewahre diese zusammen mit der Gesellschafterliste auf.

Geschäftsführung und Haftung

Wer haftet, wann das Privatvermögen betroffen ist und was für Geschäftsführer gilt.

Wann haftet der Geschäftsführer einer GmbH mit seinem Privatvermögen?

Die Haftungsbeschränkung schützt ihn nicht in jedem Fall. Persönlich haftet er unter anderem bei verspätetem Insolvenzantrag, bei nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen, bei nicht abgeführter Lohnsteuer, bei Zahlungen nach Eintritt der Insolvenzreife und bei Verletzung seiner Sorgfaltspflicht nach § 43 GmbHG. Auch persönliche Bürgschaften gegenüber Banken durchbrechen den Schutz.

Bin ich als Gesellschafter einer GmbH haftbar?

Grundsätzlich haftest du nur mit deiner Einlage. Solange das Stammkapital vollständig eingezahlt ist, endet dein Risiko dort. Ausnahmen gibt es bei ausstehenden Einlagen, bei verbotenen Rückzahlungen aus dem Stammkapital und in seltenen Fällen der Durchgriffshaftung, etwa bei Vermischung von Gesellschafts- und Privatvermögen. Bürgschaften für Kredite der Gesellschaft haftest du selbstverständlich persönlich.

Muss ein GmbH-Geschäftsführer ein Gehalt beziehen?

Zwingend ist es nicht, ein unentgeltliches Amt ist zulässig. In der Praxis wird meist ein Gehalt vereinbart, weil es den Gewinn der Gesellschaft mindert und auf deiner Seite der Einkommensteuer unterliegt, was oft günstiger ist als eine Ausschüttung. Die Höhe muss angemessen sein, sonst behandelt das Finanzamt den überschießenden Teil als verdeckte Gewinnausschüttung.

Sind Geschäftsführer einer GmbH sozialversicherungspflichtig?

Das hängt am Einfluss. Ein Gesellschafter-Geschäftsführer mit mindestens 50 Prozent der Stimmen oder mit einer Sperrminorität gilt in der Regel als selbstständig und ist versicherungsfrei. Wer weniger hält und weisungsgebunden ist, gilt als abhängig beschäftigt und ist voll versicherungspflichtig. Bei Zweifeln klärt das Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung die Lage verbindlich.

Wer darf nicht Geschäftsführer einer GmbH werden?

Nach § 6 GmbHG ausgeschlossen ist, wer unter Betreuung mit Einwilligungsvorbehalt steht, wem die Ausübung des Berufs oder Gewerbes untersagt ist oder wer wegen bestimmter Straftaten verurteilt wurde, etwa Insolvenzverschleppung, Betrug oder Untreue. Die Sperre gilt fünf Jahre ab Rechtskraft. Der Geschäftsführer versichert dies bei der Anmeldung gegenüber dem Registergericht.

Kann eine GmbH ohne Geschäftsführer sein?

Rechtlich muss jede GmbH mindestens einen Geschäftsführer haben. Fällt er weg, ist die Gesellschaft führungslos, was schnell Probleme macht: Zustellungen gehen dann an die Gesellschafter, und die Insolvenzantragspflicht trifft sie unmittelbar. Die Gesellschafter müssen unverzüglich einen neuen Geschäftsführer bestellen, notfalls bestellt das Gericht einen Notgeschäftsführer.

Steuern

Welche Steuern anfallen, wie hoch sie sind und wie Sie an Ihr Geld kommen.

Welche Steuern muss eine GmbH zahlen?

Auf den Gewinn fallen Körperschaftsteuer von 15 Prozent an, darauf 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, dazu Gewerbesteuer nach dem Hebesatz deiner Gemeinde. Zusammen sind das bei einem Hebesatz von 400 Prozent rund 29,8 Prozent. Auf Umsätze kommt die Umsatzsteuer hinzu, für Gehälter die Lohnsteuer. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer in fünf Schritten auf 10 Prozent im Jahr 2032.

Wie viel Prozent Steuern zahlt eine GmbH?

Auf einbehaltene Gewinne rund 30 Prozent, abhängig vom Gewerbesteuerhebesatz deiner Gemeinde. Der Hebesatz beginnt bei den gesetzlich vorgeschriebenen 200 Prozent und reicht in einzelnen Gemeinden über 900 Prozent, im Bundesdurchschnitt liegt er bei 409 Prozent. Das macht mehrere Prozentpunkte aus. Schüttest du den Gewinn danach an sich aus, kommen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag hinzu, sodass die Gesamtbelastung bei etwa 48 Prozent liegt.

Wie bekomme ich das Geld aus der GmbH?

Über drei Wege. Ein Geschäftsführergehalt mindert den Gewinn und unterliegt bei dir der Einkommensteuer. Eine Gewinnausschüttung kostet 25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich Soli. Ein Darlehen der Gesellschaft an dich ist möglich, muss aber schriftlich, verzinst und besichert sein wie unter Fremden. In der Praxis ist meist eine Mischung aus Gehalt und Ausschüttung am günstigsten.

Wie werden Entnahmen aus einer GmbH versteuert?

Anders als beim Einzelunternehmen gibt es bei der GmbH keine steuerfreie Entnahme. Jeder Geldfluss an dich ist entweder Gehalt, Ausschüttung oder Darlehen und wird entsprechend behandelt. Wer einfach Geld vom Geschäftskonto nimmt, ohne dies zu regeln, riskiert die Einstufung als verdeckte Gewinnausschüttung, die nachversteuert wird und Zinsen auslöst.

Wer zahlt mehr Steuern, Einzelunternehmer oder GmbH?

Das kehrt sich mit der Höhe des Gewinns um. Bei niedrigen Gewinnen zahlt das Einzelunternehmen weniger, weil Grundfreibetrag und niedrige Progressionsstufen greifen. Ab etwa 60.000 bis 80.000 Euro Gewinn wird die GmbH interessanter, sofern Gewinne im Unternehmen bleiben. Entnimmst du alles, liegt die GmbH mit rund 48 Prozent oft über dem Einzelunternehmen.

Zahlt eine GmbH Umsatzsteuer?

Ja, wie jedes Unternehmen. Auf ihre Leistungen weist sie Umsatzsteuer aus und führt sie ab, die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen zieht sie davon ab. In den ersten beiden Jahren ist die Voranmeldung monatlich abzugeben, danach richtet sich der Rhythmus nach der Höhe der Zahllast. Die Kleinunternehmerregelung steht auch einer GmbH offen, ist aber selten sinnvoll.

GmbH oder Alternative

Wann Einzelunternehmen, GbR oder UG die bessere Wahl sind.

Wann lohnt es sich, eine GmbH zu gründen?

Drei Situationen sprechen dafür. Erstens ein Haftungsrisiko, das du nicht privat tragen willst, etwa bei Bauleistungen, Beratung oder Produktion. Zweitens ein Gewinn ab etwa 60.000 bis 80.000 Euro, von dem ein Teil im Unternehmen bleiben soll. Drittens der Wunsch nach Beteiligungen, Nachfolge oder späterem Verkauf. Ohne einen dieser Punkte ist das Einzelunternehmen meist die ruhigere Wahl.

Was ist besser, Einzelunternehmen oder GmbH?

Das Einzelunternehmen ist einfacher und günstiger: keine Beurkundung, kein Stammkapital, einfache Buchführung, oft nur eine Einnahmenüberschussrechnung. Dafür haftest du mit allem, was du besitzt. Die GmbH kostet Geld und Verwaltung, schützt aber dein Privatvermögen und lässt Gewinne günstiger im Unternehmen. Entscheidend sind dein Risiko und die Frage, wohin der Gewinn fließt.

Was ist besser, UG oder GmbH?

Die UG ist rechtlich eine GmbH mit kleinerem Kapital. Du startet ab einem Euro, muss aber ein Viertel des Jahresgewinns zurücklegen und trägt den Zusatz haftungsbeschränkt, was bei Banken und Kunden gelegentlich Skepsis auslöst. Wer die 25.000 Euro aufbringen kann, fährt mit der GmbH meist besser. Die UG passt, wenn das Kapital knapp ist und das Haftungsrisiko trotzdem drängt.

Welche drei Nachteile hat eine GmbH?

Erstens die Kosten: Gründung, Buchhaltung, Abschluss und Offenlegung summieren sich schnell auf mehrere Tausend Euro im Jahr. Zweitens der Aufwand: doppelte Buchführung, Bilanz, Beschlüsse und Fristen. Drittens die Offenheit: Jahresabschluss und Gesellschafterliste sind öffentlich einsehbar, Wettbewerber können hineinsehen. Dazu kommt, dass du nicht mehr frei über das Geld verfügst.

Was ist steuerlich besser, GbR oder GmbH?

Bei der GbR wird der Gewinn direkt den Gesellschaftern zugerechnet und mit deren persönlichem Satz versteuert, unabhängig davon, ob er entnommen wird. Die GmbH versteuert zunächst selbst mit rund 30 Prozent, die zweite Stufe folgt erst bei Ausschüttung. Bei hohen Gewinnen, die im Unternehmen bleiben, liegt die GmbH vorn. Bei kleineren Gewinnen und voller Entnahme ist die GbR günstiger.

Wechsel und Ende

Umwandlung eines bestehenden Betriebs und was bei der Auflösung gilt.

Wann lohnt es sich, ein Einzelunternehmen in eine GmbH umzuwandeln?

Sobald das Haftungsrisiko wächst oder der Gewinn dauerhaft über etwa 60.000 bis 80.000 Euro liegt und nicht vollständig entnommen wird. Auch der Einstieg eines Partners oder ein geplanter Verkauf sprechen dafür. Prüfe vorher, ob Verlustvorträge bestehen, denn diese gehen bei der Umwandlung unter. Und rechnest du den Wechsel vorher durch, er kostet einmalig Geld.

Wie funktioniert die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH?

Meist über die Ausgliederung nach dem Umwandlungsgesetz oder über eine Sachgründung, bei der du den Betrieb als Sacheinlage einbringst. Unter den Voraussetzungen des § 20 UmwStG geschieht das steuerneutral zum Buchwert, es entsteht also kein Aufgabegewinn. Die Umwandlung kann bis zu acht Monate zurückbezogen werden. Anschließend gilt eine Sperrfrist von sieben Jahren.

Was kostet die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH?

Rechnest du mit 2.000 bis 5.000 Euro. Darin stecken Notar, Handelsregister, gegebenenfalls eine Bewertung des eingebrachten Betriebs, die Einbringungsbilanz und die steuerliche Begleitung. Bei größeren Betrieben oder Grundbesitz liegt der Betrag höher, weil dann auch Grunderwerbsteuer zu prüfen ist. Der Aufwand rechnet sich meist innerhalb weniger Jahre.

Kann man eine GmbH einfach so schließen?

Nein, die Auflösung läuft in mehreren Schritten. Zuerst beschließen die Gesellschafter die Auflösung, dann folgt die Liquidation mit Gläubigeraufruf und dem Sperrjahr von einem Jahr. Erst danach wird das Restvermögen verteilt und die Gesellschaft im Handelsregister gelöscht. Rechnest du mit mindestens 15 Monaten und mit Kosten von 1.500 bis 3.000 Euro.

Kann man eine GmbH steuerfrei verkaufen?

Aus dem Privatvermögen nicht. Dort greift bei einer Beteiligung ab einem Prozent das Teileinkünfteverfahren, 60 Prozent des Gewinns sind steuerpflichtig, was zu rund 26 Prozent Belastung führt. Hältst du dagegen die Anteile über eine Holding, bleiben 95 Prozent des Veräußerungsgewinns steuerfrei. Genau deshalb lohnt es sich, die Struktur lange vor einem Verkauf aufzusetzen.

Du möchtest wissen, welche Rechtsform zu deinem Vorhaben passt?

  • Einzelunternehmen, UG und GmbH im Vergleich an deinen Zahlen
  • Wir klären die Struktur vor dem Termin beim Notar
  • Du startest mit einer Form, die auch in fünf Jahren passt
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